Nürnberg: Sehenswürdigkeiten

Obwohl Nürnberg erst um das Jahr 1050 erstmals in schriftlichen Aufzeichnungen erwähnt wurde, zu einer Zeit wo beispielsweise Würzburg und Bamberg schon zu fränkischen Bischofsstädten erhoben worden waren, wuchs Nürnberg durch regen Handel und bedeutende Handwerksleistungen bis zum Spätmittelalter zu einer der wichtigsten deutschen Städte heran. Der beeindruckende Rundblick von der Kaiserburg auf die heutige Stadt Nürnberg spiegelt ein wenig von dieser bedeutenden Vergangenheit wider. Aber nicht nur deshalb ist das im nördlichen Bayern gelegene Nürnberg für einen Ausflug bzw. eine Städtereise zu empfehlen. Die fränkische Großstadt und zweitgrößte Stadt des Freitaates Bayern mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern und den gotischen Kirchen St. Sebald und St. Lorenz hat enorm viele Touristenattraktionen und Sehenswürdigkeiten.
Während die ältere Sebalduskirche die große Pfarrkirche der Sebalderstadt war, bildete die Lorenzkirche die Pfarrkirche des südlich der Pegnitz gelegenen mittelalterlichen Siedlungsgebietes, da die beiden Stadthälften Nürnbergs erst im 14. Jahrhundert zusammenwuchsen.
Ein Panoramablick auf die heutige Stadt Nürnberg läßt den Eindruck entstehen, als hätte die sehenswerte Nürnberger Altstadt bzw. das historische Nürnberg die Jahrhunderte unbeschadet überstanden. Ein Blick in die Geschichtsbücher beweist aber das genaue Gegenteil, denn gegen Ende des Zweiten Weltkriegs stand die Stadt im Fokus der alliierten Bombardements. Dabei wurde auch die Nürnberger Altstadt fast komplett zerstört, denn während des Nationalsozialismus war Nürnberg zur Reichsparteitags-Stadt erhoben worden und damit ein zerstörungswürdiges Ziel militaristischer Gigantomanie. Ein riesiges Reichsparteitagsgelände war damals von Albert Speer für Nürnberg geplant, von dem heute noch Teile des Aufmarschgeländes mit Haupttribüne und eine halbfertige Kongresshalle zeugen.
Was heutzutage auf Reisende und Urlauber wie ein gut erhaltener mittelalterlicher Stadtgrundriss mit vielen historischen Gebäuden wirkt, ist vielmehr eine gelungene Wiederaufbauleistung und einer behutsamen Rekonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet.
Nürnberg ist eben eine geschichtsträchtige Stadt voller bekannter Ausflugsziele und so soll sie auch auf Touristen und Besucher wirken. Angefangen mit dem Wahrzeichen Nürnbergs, der Kaiserburg, die hoch über der Stadt thront. Über die Frauenkirche als Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst, bis hin zum imposanten Frauentorturm, den man direkt vom Hauptbahnhof aus erblickt und in dessen Waffenhof heute ein Handwerkerhof eingerichtet wurde. Natürlich ist dieser Handwerkerhof eine wohlkalkulierte Touristenattraktion, aber dennoch bietet sich dem Nürnbergbesucher hier eine reizvolle Kulisse. Traditionelle Handwerkskunst kann man hier erleben, denn in den kleinen Gassen bieten Läden und Werkstätten einen Einblick in traditionelle Handwerksarbeiten und Kunsthandwerk. Man findet Handwerker für Lederverarbeitung, Gold- und Silberschmieden, Glasmaler und Glasschleifer, Holzbrandmaler, Spielzeug- und Puppenmacher und überall die typische fränkische Gastlichkeit.
Nürnbergs historische Altstadt, die Kaiserburg und das unterhalb angrenzende Burgviertel mit den einschlägigen Sehenswürdigkeiten, den vielen kleinen Gassen und seinen Fachwerkhäusern sind beliebte Ausgangspunkte für Stadtrundfahren bzw. Nürnberg Führungen oder Stadtrundgänge für deutsche Urlauber aber auch Touristen aus aller Welt.
Wer sich deshalb lieber abseits dieser Hauptbesucherströme bewegen möchte, dem können die sogenannten Nürnberger Felsengänge empfohlen werden. Die Felsengänge sind ein verzweigtes Stollen- und Kellersystem unter der Nürnberger Altstadt, durch die ebenfalls Rundgänge und Führungen angeboten werden. Die Felsengänge führen dabei durch mittelalterliche Bierkeller, historische Verteidigungsanlagen, Wasserstollen und ehemalige Luftschutzanlagen.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt

Zu einem besonderen Highlight für eine Städtereise wird Nürnberg während der Adventszeit, denn dann wird die Stadt zur "Weihnachtsstadt Nürnberg" mit dem berühmten und weltbekannten Nürnberger Christkindlesmarkt. Dieser besondere Weihnachtsmarkt ist Ausflugsziel, Touristenattraktion wie auch ein beliebter Treffpunkt für Einheimische. Der Christkindlmarkt findet alljährlich auf dem Hauptmarkt statt und bietet Handwerkskunst, Weihnachtsschmuck und regionale kulinarische Genüsse wie Fränkisches Kirschenmännle, die echten Nürnberger Elisenlebkuchen und natürlich Nürnberger Rostbratwürste.

Ebenso sehenswert in Nürnberg:
Heilig-Geist-Spital, Unschlitthaus, Albrecht-Dürer-Haus

Wer sich in Nürnberg ausreichend Zeit für einen Bummel durch die Altstadt nimmt, kann vieles entdecken. Neben der alles überragenden Kaiserburg, gibt es nämlich noch das Germanische Nationalmuseum am Kornmarkt mit seinen unzähligen Zeugnissen deutscher Kultur, Kunst und Geschichte.
Wie bereits zuvor erwähnt, sollte ein Nürnberger Stadtrundgang immer auch zur gotischen Lorenzkirche mit dem Englischen Gruß, auch Engelsgruß genannt, des Künstlers Veit Stoß führen. Das beeindruckende Kunstwerk aus Lindenholz entstand 1517/18 im Auftrag von Anton Tucher. Die Schnitzereien symbolisieren die Verkündigung der Geburt Jesu Christi durch den Erzengel Gabriel. St. Lorenz besitzt darüber hinaus noch eine weitere Sehenswürdigkeit mit dem fast 20 Meter hohen "Sakramentshäuschen" von Adam Kraft im Chor der Lorenzkirche.
Etwas weiter entfernt, aber ebenso sehenswert ist das mittelalterliche Heilig-Geist-Spital am Ufer der Pegnitz (an der Nahtstelle von Sebalder- und Lorenzerstadt) und das Stadtmuseum "Fembohaus" (unzerstörtes Nürnberger Patrizierhaus der Spätrenaissance) auf dem Weg zur Nürnberger Kaiserburg, dem ganzen Stolz und Wahrzeichen der Stadt Nürnberg.
Bei einen Rundgang durch die Nürnberger Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen darf natürlich auch der weitläufige Platz vor dem Tiergärtnertor mit seiner schönen Aussicht auf zahlreiche Fachwerkhäuser und das Dürerhaus nicht fehlen. Das Albrecht-Dürer-Haus ist heute ein Museum um das Werk und Schaffen des berühmtesten Nürnberger Künstlers und zugleich ein wichtiges Zeitzeugnis für die bürgerliche Nürnberger Wohnkultur. Denn in den Jahren 1509 bis 1528 lebte und arbeitete Albrecht Dürer (1471-1528), einer der international bekanntesten deutschen Künstler in diesem originalgetreu restaurierten Fachwerkhaus in der Nürnberger Altstadt.
Die Sebalduskirche, gegenüber des Rathauses, mit dem aus Bronze gegossenen Sebaldusgrabmal von Peter Vischer ist ebenfalls eine beliebte Sehenswürdigkeit der Städtereisenden. Hier findet man auch die Kreuzigungsgruppe des Bildhauers Veit Stoß.
Lohnenswert für Stadtbesucher ist überdies ein Spaziergang entlang der Stadtmauer und Verteidigungsanlagen mit ihren imposanten und klobigen Bastionstürmen wie dem Frauentorturm, der ebenfalls heutzutage zu einem Nürnberger Wahrzeichen geworden ist. In der Nähe des Frauentorturms, am Klarissenplatz beeindruckt die gewölbte Glasfront des Museums für moderne Kunst und Design, welches ebenfalls besichtigt werden sollte.
Daneben besitzt Nürnberg aber noch weitere Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten wie das sogenannte "Männleinlaufen" am Hauptmarkt bzw. an der Nürnberger Frauenkirche, das Unschlitthaus des berühmten Nürnberger Stadtbaumeisters Hans Beheim, welches früher als Sammelstelle für Talg aus Metzgereibetrieben genutzt wurde. Sehenswert ist auch der Henkersteg, der die Trödelmarktinsel in der Pegnitz mit der Lorenzer Altstadt verbindet.
In den Gassen, die zur Sebaldkirche führen, gibt es viele kleine Restaurants, Lokale und Gastronomiebetriebe die für das leibliche Wohl sorgen. Nürnbergs wichtigste Einkaufsmeilen bzw. Shopping-Straßen findet man in der Lorenzer Altstadt, von den modernen Einkaufszentren und Shopping-Malls (Franken-Center, Mercado) einmal abgesehen. Da Nürnberg aber auch als Stadt es Spielzeugs bekannt wurde, darf auch das Spielzeugmuseum als Ausflugstipp nicht unerwähnt bleiben, so wie auch die jährlich stattfindende Spielwarenmesse "International Toy Fair".

Ausflugsziele im Nürnberger Umland

Dennoch ist Nürnberg mehr als nur Kaiserburg, Kirchtürme, Giebel und Gassen, oder gar Albrecht Dürer, Adam Kraft oder Veit Stoß als Nürnberger Künstler mit Weltgeltung, denn es gibt auch im Umland noch viele Sehenswürdigkeiten und interessante Reiseziele für Tagesausflüge zu entdecken wie die Fränkische Schweiz oder auch die Nachbarstadt Fürth.
Fürth liegt mitten im fruchtbaren Knoblauchsland, einem Gemüseanbaugebiet im Städte-Dreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen. So lockt beispielsweise die Fürther Kirchweih (Michaeliskirchweih) mit ihrem bunten Erntedankfestzug, bei dem eine Vielfalt an Feld- und Gartenfrüchten mitgeführt werden, jährlich mehr als eine Million Besucher an.
Darüber hinaus fuhr am 7. Dezember 1835 die erste deutsche Eisenbahn, der legendäre "Adler", in 9 Minuten von Nürnberg nach Fürth. Einen Nachbau dieses Zuges von 1952 gibt es im DB-Museum Nürnberg zu sehen, zusätzlich zu einem restaurierten fahrfähigen Nachbau, der gelegentlich bei Fahrten und Sonderveranstaltungen zum Einsatz kommt.


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  • Frauentorturm

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