Berlin: Sehenswürdigkeiten für junge Leute

Man kennt das Berlin-Reise-Pflichtprogramm wie es von Tausenden der internationalen Touristengruppen tagtäglich per Stadtrundfahrt absolviert wird. Jeder Städtereisende kann wohl die gängigen Berlin-Sehenswürdigkeiten auch ohne Reiseführer herunterbeten: Brandenburger Tor, Berliner Dom, Bundeskanzleramt, Reichstag mit Kuppel, Fernsehturm, Gedächtniskirche, Checkpoint Charlie, Potsdamer Platz und Siegessäule. Deshalb haben wir ein paar Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele für junge Leute etwas genauer unter die Lupe genommen. Denn für Schüler und Jugendliche auf Abi- oder Klassenfahrt nach Berlin ist ein geeignetes Programm ja nicht immer leicht zu finden.

Berlin Klassenfahrt nach alter Schule

Beginnen wollen wir mit ein paar historischen Randnotizen und einigen Top-Sehenswürdigkeiten. Wer als Lehrbeauftragter alter Schule ein Klassenfahrt-Programm für sich und seine Schüler zusammenstellen möchte, der sieht Berlin als Schauplatz der deutschen Geschichte.
Angefangen mit dem Aufstieg Preußens, mit Berlin als Haupt- und Residenzstadt und den zugehörigen Bauwerken der preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel und Andreas Schlüter, wie dem Alten Museum, dem Schauspielhaus, der Neuen Wache und Berliner Schloss (Schlüterhof). Über die Zeit als Berlin Reichshauptstadt wurde, bis zur Teilung nach dem 2. Weltkrieg und dem Bau der Mauer. Abgeschlossen mit der Öffnung der Mauer am 9. November 1989, der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 und dem Hauptstadtbeschluß des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 1991. Symbolhaft verkörpert durch die Gedenkstätte Plötzensee, die Holocaust-Gedenkstätte, den Reichstagsumbau mit Reichstagskuppel, durch das neue Regierungsviertel und - zum Leidwesen der vielen ausländischen Touristen und Schulklassen - auch durch das Fehlen der Mauer. Denn wer den ehemaligen Betonwall mit den typischen Mauer-Fertigteilen, Todesstreifen und Grenztürmen besichtigen will, der muß sich heutzutage schon mit dem Haus am Checkpoint Charlie, der East Side Gallery und der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße begnügen - vom dem fast nicht mehr nachvollziehbaren Grenzverlauf ganz zu Schweigen.
Man spürt schon an dieser kurzen Aufzählung, wie schwer der geschichtliche Ballast sein dürfte, den eine Schulklasse nach solch einem Tagesausflug in die Jugendherberge zurückträgt. Es gilt also, mit einem gemäßigteren Alternativprogramm, einen gewissen Ausgleich zu schaffen.

Berlin Klassenfahrt mit alternativen "Sehenswürdigkeiten"

Eine Berliner Klassenfahrt mit Stadtführung und Museumstour muß für junge Leute und Berufsjugendliche nicht zwangsläufig in der Warteschlange zur Nofretete (Stichwort: Neues Museum, Museumsinsel) enden. Denn gerade Berlin bietet eine äußerst abwechslungsreiche Museumslandschaft, wo für jede Altersgruppe etwas geboten wird. Schließlich besitzt die Stadt an der Spree ca. 180 Museen bzw. Museumsbetriebe, zwischen Weltkultur- und Weltpopkulturerbe.
Wer beispielsweise die Berliner Stadtgeschichte auf zeitgemäße Art und Weise kennenlernen möchte, der sollte das Erlebnismuseum "Story Of Berlin" am Kurfürstendamm besuchen. In der Museumsführung ist als Highlight die Besichtigung eines originalen Atomschutzbunkers unter dem Kurfürstendamm mit eingeschlossen.
Schräger ist das kleine, im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, gelegene "Museum der Unerhörten Dinge" mit allerhand kuriosen Raritäten, skurrilen Fundstücken und den passenden interessanten Geschichten dazu.
Wiederum sachlicher ist die Polizeihistorische Sammlung Berlin, welche sich im Berliner Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke befindet. Einen morbiden Charme vermitteln vor allem die zahlreichen Tatwaffen und Mordwerkzeuge aus historischen Kriminalfällen.
Süßer, aber nicht unbedingt etwas für Kinder, ist natürlich das Berliner Zuckermuseum im Ortsteil Wedding. Hier erfährt man alles rund um die wirtschaftliche Bedeutung des Zuckers und interessante Fakten über verschiedene Zuckerarten und Zuckerpflanzen. Vielleicht nicht das spektakulärste Berliner Museum, aber gerade der Austellungsbereich "Ohne Zucker kein Alkohol" bietet sich für themennahe Städtereisen, wie Klassenreisen und Abifahrten, an.
Ebenso spannend für Klassenfahrten und Schulausflüge ist ein weiteres Berliner Nutzpflanzen-Museum, welches seit ca. 16 Jahren im Nikolaiviertel (Berlin-Mitte) residiert. Das Hanf-Museum Berlin zeigt Heranwachsenden und Jugendlichen vor allem, wozu man Hanf bzw. Hanfpflanzen noch verwenden könnte. Das Rauchen und die Gesetzeslage in Deutschland sind schließlich nur Teilaspekte, wenn man bedenkt, daß Hanfpflanzen wichtige Grundstoffe für Baumaterial, Lebensmittel, Textilien, Kosmetik und Medizin sind oder zumindest sein könnten.
Einen Trip der ganz besonderen Art bietet auch das Berliner Medizinhistorische Museum auf dem Campus der Charité an. Hier wurde Rudolf Virchows Gruselkabinett bzw. sein pathologisches Museums wiedereröffnet. Schüler und junge Leute ab 16 Jahren (oder in Begleitung eines Erziehungsberechtigten) dürfen sich hier vor den Restbeständen der Virchowschen "Missbildungssammlung" erschrecken. Es werden nämlich missgebildete Säuglinge, Augenkrankheiten und andere schaurige menschliche Erkrankungsformen als Präparate ausgestellt.
Weniger real, dafür aber ähnlich plastisch wirken auch die wachsgewordenen Persönlichkeiten von "Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett", das seit 2008 in Berlin (Unter den Linden 74) eine Zweigniederlassung besitzt und welches sich ebenfalls für einen Schulklassenbesuch anbietet.

Wer noch weitere Museums-Anregungen für Schulausflüge und Klassenfahrten nach Berlin sucht, der könnte noch das Wassermuseum (Gartenarbeitsschule Wilmersdorf), die Berliner Unterwelten Besichtigungstouren (U-Bahnhof Gesundbrunnen mit "Berliner Unterwelten-Museum"), das Puppentheatermuseum (Neukölln) oder auch das Gaslaternen-Freilichtmuseum (S-Bahnhof Tiergarten) mit in seine Museumstour oder Stadtbesichtigung aufnehmen. Allerdings darf man auch nicht verschweigen, daß die sehr vielfältige Museumslandschaft der Stadt Berlin auch relativ stetig von Umzügen, Neueröffnungen und Schließungen heimgesucht wird. Was wir zum Beispiel nicht mehr finden konnten, war das sagenumwobene Friseurmuseum in Alt-Marzahn, das einzigartige Wäschereimuseum in Berlin-Köpenick, das ehemals 20000 Exponate umfassende Hundemuseum in Berlin Blankenburg, oder auch das seit 1997 vom Ku'damm verschwundene Berliner Panoptikum. Dafür soll aber das Teddybärenmuseum bald aus Oberfranken nach Berlin zurückkehren.


  • Berlin , Deutschland

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  • Gedächtniskirche (Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche), Breitscheidplatz



  • Haus am Checkpoint Charlie, Mauermuseum



  • Berliner Fernsehturm